Prävention sexuellen Missbrauchs muss Schule machen

Die Prävention sexuellen Missbrauchs muss alle politischen, gesellschaftlichen und pädagogischen Maßnahmen beinhalten, welche eine langfristige Verhinderung sexueller Gewalt zum Ziel haben.

Ziel präventiver Arbeit gegen sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt von Kindern und Jugendlichen ist es, im Bereich der primären Prävention neue Fälle sexuellen Missbrauchs zu verhindern. Sekundäre Prävention bezieht sich darauf, die Aufdeckung bestehenden Missbrauchs zu ermöglichen und diesen zu beenden sowie die Folgen zu reduzieren. Den Weg in eine adäquate Behandlung zu gewährleisten, ist Zielstellung tertiärer Prävention (vgl. Damrow 2006).


______________________________________________________

Schulische Prävention sexuellen Missbrauchs

Trotz verstärkter Bemühungen der letzten Jahre und Jahrzehnte seitens Gesellschaft und Politik befinden sich die Zahlen zu sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nachhaltig auf einem erschreckend hohen Niveau. 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt betroffen.

Eine Möglichkeit von unschätzbarer Bedeutung Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt zu schützen, bestehenden Missbrauch aufzudecken und zu beenden, besteht darin, Kinder frühzeitig an das Thema des sexuellen Missbrauchs heranzuführen, ihnen altersgerecht Informationen und Wissen sowie Gesprächs- und Kontaktmöglichkeiten zu ermöglichen. Das ist eine der wesentlichsten Schutz-, Hilfe- und Unterstützungsleistung, die wir von sexuellem Missbrauch betroffenen Kindern und Jugendlichen geben können. Wir kämpfen dafür, dass diese Möglichkeit allen Kindern und Jugendlichen in Deutschland ermöglicht wird.


____________________________________________________


Quellen

Damrow, Miriam, 2006: Sexueller Kindesmissbrauch. Eine Studie zu Präventionskonzepten, Resilienz und erfolgreicher Intervention. Weinheim und München: Juventa.