Warum schulische Prävention sexuellen Missbrauchs     so wichtig ist

Von sexuellem Missbrauch betroffene Kinder und Jugendliche brauchen einen Schutzraum. Sie brauchen Wissen, Hilfe und Unterstützung. Sie brauchen Worte und Vertrauen, um sich anvertrauen zu können.

Kinder und Jugendliche müssen:

  • erfahren und erleben, dass das, was ihnen geschieht, Unrecht ist,
  • glaubhaft vermittelt bekommen, dass das, was ihnen geschieht, nicht passieren dürfte,
  • erfahren können, welche Wege und Möglichkeiten es gibt, dies zu beenden,
  • darüber Kenntnis erlangen, dass ihnen geholfen werden wird, wenn sie sich anvertrauen,
  • die Möglichkeit bekommen, Vertrauen aufzubauen,
  • erfahren, dass sie nicht alleine sind und wenn sich sie anvertrauen, sie nicht alleine gelassen werden. 

Betroffene Kinder und Jugendliche erfahren somit u.U. erstmalig, dass das, was ihnen geschieht, falsch, verboten, nicht ihre Schuld und Hilfe möglich ist. 

Präventionsmodell sexuellen Missbrauchs auf Schulebene

Schule bildet den zweit größten Lebensraum von Kindern und Jugendlichen. Sie ist der Ort, an dem potentiell alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden können und wo sie sich über Jahre hinweg aufhalten. Hier einen Raum, eine Möglichkeit für Kinder und Jugendliche gegen sexuellen Missbrauch zu schaffen, ist eine der größtmöglichen Chancen, die wir im Kampf gegen sexuellen Missbrauch haben.

 

Schule stellt einen Rückzugsort für missbrauchte Kinder und Jugendliche dar. Schule kann Kinder und Jugendliche befähigen, sich mitzuteilen sowie Möglichkeiten des Anvertrauens schaffen. 

 

Schule muss von sexueller Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen Wissen vermitteln, sie über ihre Rechte aufklären, unterstützen und konkrete Wege des sich Hilfeholens aufzeigen.

 

Schulische Prävention gegen sexuellen Missbrauch und sexuelle Gewalt muss in jeder Schule in Deutschland, über jede Klassenstufe hinweg, kontinuierlich wiederkehrend sowie aufeinander aufbauend, stattfinden. Dazu bedarf es einer gesetzlichen Regelung, die für jede Schule gleichermaßen gilt. Es darf keinen Unterschied machen, in welchem Bundesland das Kind lebt oder in welche Schule es geht. 

 


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Schulische Prävention sexuellen Missbrauchs

Alle Kinder und Jugendlichen müssen in Deutschland die Schule besuchen, mindestens 9 Jahre. Das bedeutet, dass nahezu alle Kinder und Jugendliche über die Institution Schule erreicht werden können. Über Jahre und über verschiedene Entwicklungsstufen und Erfahrungssituationen der Kinder und Jugendlichen hinweg.

 

Findet Präventionsunterricht in allen Schulen verbindlich statt, wird damit sichergestellt, dass alle Kinder und Jugendliche erreicht werden. Allen von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt bedrohten oder betroffenen Kindern und Jugendlichen würde damit gleichermaßen die Möglichkeit eröffnet, sich in einer für sie vertrauten Umgebung, die sich offen dem Thema des sexuellen Missbrauchs nähert und dessen LehrerInnen eine Vertrauensperson für das Kind darstellen kann, zu offenbaren, in der berechtigten Hoffnung auf Hilfe und Unterstützung. Diese Möglichkeit ist eine einzigartige Chance. Sie stellt damit in ihrer Ermöglichung geradezu eine Verpflichtung dar.

 

Ob und inwieweit sie von den Kindern und Jugendlichen genutzt wird oder genutzt werden kann, hängt von einer Vielzahl verschiedener Faktoren ab und ist kein Garant für eine Offenbarung. Dennoch ist es unsere Verantwortung als erwachsene und verantwortungsvolle Mitglieder dieser Gesellschaft, diese uns allen bekannte Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen, die von sexualisierter Gewalt bedroht oder betroffen sind, zu nutzen und zu ermöglichen. 

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Schutzkonzept

Erfahrens Sie mehr zu schulischen Schutzkonzepten. Was sollen sie bewirken, wie können sie helfen, was ist dafür notwendig.

Präventionsunterricht

Was ist unter Präventionsunterricht zu verstehen?